Am Dienstagvormittag zeigte sich der Kryptomarkt überwiegend freundlich. Bitcoin notierte bei rund 84.080 US-Dollar, Ethereum legte um knapp einen Prozentpunkt zu 2.713,72 US-Dollar zu, während Avalanche mit einem Plus von 6,36 % auf 11,26 US-Dollar die stärkste Bewegung im Tages-Snapshot lieferte. Gleichzeitig verdeutlichte die Entwicklung von Ethereum Classic (ETC) die Risiken einzelner Projekte: Ein Investment von 10.000 US-Dollar im September 2023 hätte bis September 2026 einen Verlust von 37,6 % erlitten. Vor diesem Hintergrund rücken das angekündigte Ethereum-Upgrade „Glamsterdam“ und die damit verbundenen Kursprognosen in den Fokus von Anlegern.
Marktüberblick Ende September 2026
Der Tages-Report vom 29. September 2026 fasste die wichtigsten Kursbewegungen zusammen:
- Bitcoin: +0,70 % → 84.079,99 USD (Vortag 83.499,26 USD)
- Ethereum: +0,93 % → 2.713,72 USD (Vortag 2.688,80 USD)
- Avalanche: +6,36 % → 11,26 USD
- Dogecoin: +1,36 % → 0,0951 USD
- Solana: +0,82 % → 119,70 USD
- Binance Coin: +0,64 % → 768,52 USD
- Litecoin: -0,54 % → 68,83 USD
- Chainlink: -1,29 % → 15,23 USD
- Sui: -1,06 % → 1,153 USD
Die Kursentwicklung bleibt insgesamt volatil – während einige Altcoins stark zulegen, verlieren andere an Wert. Diese Uneinheitlichkeit unterstreicht die Notwendigkeit einer breit diversifizierten Anlagestrategie.
Das Glamsterdam-Upgrade im Detail
Technische Kernkomponenten
Glamsterdam kombiniert das Ausführungs-Upgrade „Amsterdam“ mit dem Konsens-Upgrade „Gloas“ und wird unter der Meta-Spezifikation EIP-7773 geführt. Zwei zentrale Neuerungen stehen im Vordergrund:
- Enshrined Proposer-Builder Separation (ePBS, EIP-7732): Verankert die Trennung von Block-Erstellung und -Zusammenstellung im Protokoll und reduziert die Abhängigkeit von externen MEV-Relays.
- Block-Level Access Lists (BALs, EIP-7928): Ermöglichen die parallele Verarbeitung von Transaktionen auf Layer 1 und erhöhen damit die Durchsatzkapazität.
Zeitplan und Testnet-Aktivierung
Entgegen reißerischer Medienberichte ist das Upgrade noch nicht im Mainnet aktiv. Die Ethereum-Foundation hat die Aktivierung auf dem Sepolia-Testnetz für den 6. Oktober 2026 (Epoche 353 024, Slot 11 296 768) angekündigt. Das Testnetz-Gaslimit wurde auf 200 000 000 Gas erhöht, um die neuen Kapazitäten zu prüfen. Ein Mainnet-Rollout wird für das vierte Quartal 2026 angestrebt, ein fixes Datum steht jedoch noch aus.
Kursprognosen für Ethereum: Was sagen die Analysten?
Finanzportale haben unterschiedliche Szenarien veröffentlicht:
- CoinDCX-Konsens: Technisch-basierte Zielmarke von 2.800 USD mit einer Handelsspanne von 2.561 USD bis 2.950 USD für September 2026.
- Fundstrat-Szenario: Bullisches Modell, das bei einem Bitcoin-Preis von über 150.000 USD einen Ethereum-Kurs von bis zu 6.000 USD ableitet.
Die CoinDCX-Prognose beruht primär auf Chart-Analyse-Marken, während das Fundstrat-Szenario stark von der Annahme eines BTC-Rallyes abhängt. Beide Angaben sind als spekulativ zu werten und sollten nicht als gesicherte Trends interpretiert werden.
Warum Ethereum Classic stark an Wert verliert – strukturelle Ursachen
Der dreijährige Rückgang von -37,6 % (10.000 USD → 6.239,60 USD) lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen:
- Fehlende Netzwerkaktivität und stagnierende Entwicklerzahlen.
- Marginale Kapitalzuflüsse im DeFi-Bereich im Vergleich zu Ethereum, das von Staking-Erträgen und Layer-2-Ökosystemen profitiert.
- Proof-of-Work-Konsens mit sinkender Mining-Rentabilität.
- Geringe institutionelle Nachfrage und kaum Relevanz für ETFs.
Die 52-Wochen-Handelsspanne von 6,076 USD (Tiefststand am 18. August 2026) bis 20,02 USD (Höchststand am 2. Oktober 2025) verdeutlicht die hohe Volatilität und das fehlende Aufwärtsmomentum.
Risiken und Fehlinterpretationen im Kryptomarkt
- Testnet-Upgrade wird als Mainnet-Start missverstanden: Anleger reagieren impulsiv auf Schlagzeilen wie „Glamsterdam startet heute“ und übersehen, dass Testphasen Monate vor einer finalen Mainnet-Aktivierung liegen können.
- Technologischer Fortschritt garantiert keine Preissteigerung: Mehr Durchsatz und niedrigere L1-Gebühren können kurzfristig sogar den ETH-Burn reduzieren und damit die deflationäre Wirkung abschwächen.
- Survivorship-Bias: Während Blue-Chip-Coins wie Bitcoin neue Höchststände anpeilen, bleiben Fork-Projekte wie Ethereum Classic strukturell weit unter ihren Allzeithochs.
FAQ zum Glamsterdam-Upgrade und den Kurszielen
Was beinhaltet das Ethereum-Upgrade „Glamsterdam“ genau?
Glamsterdam bündelt Upgrades der Ausführungsschicht („Amsterdam“) und der Konsensschicht („Gloas“) unter EIP-7773. Kernfunktionen sind ePBS (EIP-7732) zur Beseitigung externer Relays und Block-Level Access Lists (EIP-7928) für parallele Transaktionsverarbeitung.
Wann wird Glamsterdam im regulären Ethereum-Mainnet aktiv?
Ein fixes Mainnet-Datum steht noch nicht fest; angestrebt wird das vierte Quartal 2026 nach erfolgreichen Testläufen auf Sepolia (6. Oktober 2026) und dem Netzwerk Hoodi.
Welches Kursziel nannten die Marktberichte konkret für Ethereum?
Die kurzfristige technische Kursprognose von CoinDCX liegt bei 2.800 USD (Spanne 2.561-2.950 USD). Längerfristige Bullenmodelle (Fundstrat) setzen ein Ziel von bis zu 6.000 USD voraus, jedoch nur unter der Bedingung eines Bitcoin-Preises von über 150.000 USD.
Fazit
Der Kryptomarkt Ende September 2026 präsentiert ein gemischtes Bild: Während etablierte Coins wie Bitcoin und Ethereum leichte Gewinne verzeichnen und Altcoins wie Avalanche stark zulegen, zeigen Projekte mit schwacher Netzwerk- und Entwickler-Basis, wie Ethereum Classic, erhebliche Verluste. Das bevorstehende Glamsterdam-Upgrade stellt einen bedeutenden technischen Fortschritt für Ethereum dar, ist jedoch noch im Testnet-Stadium und sollte nicht sofort mit Kursgewinnen gleichgesetzt werden. Anleger sollten daher technische Neuerungen kritisch prüfen, spekulative Kursziele als Szenarien verstehen und ihr Portfolio breit diversifizieren, um den hohen Volatilitäts- und Risikofaktoren im Kryptobereich Rechnung zu tragen.







