Mixed-Use-Strategien und Serviced Apartments: Zukunft urbaner Immobilien

In den letzten Jahren hat sich die Stadtentwicklung zunehmend von rein funktionalen Quartieren zu gemischten Nutzungskonzepten verschoben. Mixed-Use-Strategien verbinden Büro, Wohnen, Hospitality und Freizeit in einem Gebäude und stärken damit die wirtschaftliche Stabilität sowie die Lebensqualität in urbanen Räumen. Ein zentraler Baustein dieses Trends sind Serviced Apartments, die klassische Bürostandorte flexibel ergänzen und langfristig attraktive Ertragsprofile ermöglichen.

Warum Mixed-Use-Strategien für Städte wichtig sind

Die Kombination verschiedener Nutzungen in einem Objekt erhöht die Resilienz gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Büroflächen allein können bei veränderten Arbeitsmodellen schnell leerstehen, während Wohn- und Hospitality-Einheiten kontinuierlich Nachfrage generieren. Durch die Integration von Serviced Apartments entsteht ein Rundum-Nutzungsrhythmus, der nicht nur die Wirtschaftskraft eines Quartiers stärkt, sondern auch das soziale Miteinander fördert.

Wirtschaftliche Stabilität und verbesserte Lebensqualität

Mixed-Use-Konzepte tragen dazu bei, dass städtische Räume rund um die Uhr belebt werden – nicht nur während der klassischen Bürozeiten. Dies wirkt sich positiv auf lokale Einzelhändler, Gastronomie und Freizeitangebote aus und erhöht die Attraktivität des gesamten Stadtteils für Bewohner und Besucher.

Serviced Apartments als Schlüsselkomponente

Serviced Apartments erweitern die Nutzung von Bürostandorten und steigern deren wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Sie verbinden möblierte Wohnräume mit Hotelservice-Leistungen und ermöglichen längere Aufenthaltsdauern, was insbesondere für Geschäftsreisende und Expats attraktiv ist.

Definition und Merkmale von Serviced Apartments

Serviced Apartments sind möblierte Wohnungen, die Hotelannehmlichkeiten wie Rezeption und Reinigung bieten, jedoch eine längere Aufenthaltsdauer ermöglichen.

Wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit durch Serviced Apartments

Durch die Ergänzung klassischer Büroflächen mit Serviced Apartments entsteht ein flexibles Nutzungsmix, der die Mietrendite erhöht und die Abhängigkeit von reinen Büro-Mieteinnahmen reduziert. Laut Aussagen von Barak Bar-Hen, CEO von Aroundtown, bieten Serviced Apartments „attraktive langfristige Ertragsperspektiven, oftmals attraktiver als reguläre Büromieten“.

Marktentwicklung von Serviced Apartments in Europa

Der Markt für Serviced Apartments in Europa hat sich in den letzten Jahren signifikant entwickelt. Laut einer Studie von Savills ist die Nachfrage nach flexiblen Wohnlösungen in Städten wie Berlin und Frankfurt in den letzten fünf Jahren um 25 % gestiegen (Savills, 2023). Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Präferenz von Reisenden und Geschäftsleuten für flexible Unterkunftsformate wider.

  • Nachfragewachstum: 25 % (Jahr 2023) – Steigerung der Nachfrage nach Serviced Apartments in großen Städten.
  • Marktanteil Serviced Apartments: 5,2 % (2023) – European Serviced Apartment Industry Report 2023, Savills.
  • Investitionen in Mixed-Use-Immobilien: 37 Mio. EUR (2022) – Investments in Mixed-Use Real Estate, CBRE.

Renditepotenzial von Serviced Apartments

Experten prognostizieren, dass Serviced Apartments langfristig bis zu 20 % höhere Renditen bieten können als traditionelle Büroflächen. Die höhere Rendite resultiert aus der Flexibilität des Angebots, die eine kontinuierliche Auslastung auch außerhalb klassischer Bürozeiten sicherstellt.

  • Renditeunterschied: 20 % (Jahr 2023) – Vergleich der Renditen zwischen Serviced Apartments und Büroflächen.

Renditepotenzial untermauert die strategische Entscheidung von Aroundtown, verstärkt in Serviced Apartments zu investieren.

Praxisbeispiele: Erfolgreiche Mixed-Use-Projekte

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist das Projekt Coolse Poort in Rotterdam. Das ehemalige Bürogebäude wurde umfassend modernisiert und in ein gemischt genutztes Objekt mit Serviced Apartments, Konferenzflächen und einem großen Fitnessstudio transformiert. Das Projekt zeigt, wie durch gezielte Umnutzung ein ehemals rein geschäftliches Gebäude zu einem lebendigen Stadtteilakteur wird.

Aroundtown setzt diesen Ansatz in mehreren europäischen Städten um:

  • Rüsselsheim (nahe Frankfurt) – 2025 wurde ein Bürogebäude zu einem Hotelobjekt für B&B Hotels umgewandelt.
  • Kensington, London – Sanierung ehemaliger Wohnimmobilien zu 70 Serviced Apartments.
  • Dortmund (Königswall 1) – 51 Serviced Apartments im Umbau, Fertigstellung Sommer 2026.
  • Athen (11 Themistokleous) – 43 Serviced Apartments, Fertigstellung zweites Halbjahr 2026.
  • Berlin (Karl-Liebknecht-Straße 33) – 285 Serviced Apartments am Alexanderplatz, Abschluss 2026.
  • Dortmund (Hansastraße 95) – Mixed-Use-Transformation mit 134 Serviced Apartments, Ende 2026.
  • Berlin (Marburger Straße 12-13) – 84 Serviced Apartments nahe des Ku’damms, Fertigstellung 2027.
  • Frankfurt am Main (Stuttgarter Straße 18) – 188 Serviced Apartments in Bürogebäude am Hauptbahnhof, Bauphase 2027.
  • Hannover (Karl-Wiechert-Allee 18-22) – 83 Serviced Apartments, Abschluss 2027.
  • Berlin (Köpenicker Straße 30) – 161 Serviced Apartments, Fertigstellung 2027.
  • Frankfurt am Main (Bleichstraße 64) – Teilumwandlung in 86 Serviced Apartments, Fertigstellung 2028.
  • Weitere Planungen in München, Stuttgart und Essen.

Alle genannten Projekte verbinden moderne Nutzungskonzepte mit einer nachhaltigen Modernisierung des Bestands und zielen darauf ab, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Immobilien zu sichern.

Risiken und Gegenargumente: Marktsättigung

Ein potenzielles Risiko besteht in einer zunehmenden Zahl von Serviced Apartments, die zu einer Überversorgung führen könnte. Diese Marktsättigung kann den Wettbewerb erhöhen und die Mietpreise unter Druck setzen. Investoren sollten daher die lokale Nachfragesituation genau analysieren, bevor sie in neue Projekte investieren.

FAQ zu Serviced Apartments

  • Was sind Serviced Apartments? Serviced Apartments sind möblierte Wohnungen, die Hotelannehmlichkeiten wie Rezeption und Reinigung bieten, jedoch eine längere Aufenthaltsdauer ermöglichen.

Fazit

Mixed-Use-Strategien, insbesondere die Integration von Serviced Apartments, stellen einen entscheidenden Hebel für die nachhaltige Wertentwicklung urbaner Immobilien dar. Die nachweisliche Nachfragesteigerung von 25 % in europäischen Metropolen, ein Marktanteil von 5,2 % und ein prognostiziertes Renditeplus von bis zu 20 % verdeutlichen das wirtschaftliche Potenzial. Praxisbeispiele wie Coolse Poort und die umfangreichen Umbaupläne von Aroundtown zeigen, dass die Kombination von Büro, Hospitality und Wohnnutzung nicht nur die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit erhöht, sondern auch die Lebensqualität in Städten nachhaltig verbessert. Gleichzeitig gilt es, die Gefahr einer Marktsättigung im Blick zu behalten und die Standort- und Nachfragedynamik sorgfältig zu prüfen. Insgesamt bietet die Mischung aus Flexibilität, stabilen Erträgen und urbaner Aufwertung eine überzeugende Perspektive für Investoren und Stadtplaner gleichermaßen.